Selah Sue - «Peace of Mind»
SOTW #18-2011
Ich schwör, ich wär so gern Musikredaktör
Ein Sommer ohne Sonne ist hart, aber härter ist ein Sommer mit Sonne und Wochenendschichten. Was bleibt einem da übrig, wenn man in der Hitze sitzt, aber nicht die Möglichkeit hat sich zwecks Abkühlung ins Wasser zu flüchten? Genau, man flüchtet sich in Fantasiewelten. Aber nicht zu lang, denn die Arbeitszeit ist am Wochenende verkürzt. Und nicht zu anspruchsvoll, denn man will sich ja nicht im Niveau steigern, sondern seiner Aufgabe anpassen, damit man bereit ist, wenn die Arbeit ruft. Die beste Fantasiewelt also ist die Frauenzeitschrift. Sie gaukelt einem vor, dass für alles eine Lösung existiert, wenn man nur lange genug reinschaut. Ich halte es darum am Wochenende nicht mit Steff la Cheffe, denn dann sind Bünzlitipps genau richtig.
Beim Streunen durch die Hochglanz-Fantasiewelt, erreicht man irgendwann, bzw. gleich zu Anfang die Abteilung Musikkritiken. Aber wie wird man denn Musikkritiker bei einer Frauenzeitschrift, wie sieht die Musikredaktion aus? Kriegt irgend ein Praktikant die CDs auf den Tisch und darf sich daran austoben, bevor er auf das Wesentliche, also die Schminktipps losgelassen wird? Oder macht das der Chefredakteur so nebenbei? Kann man vom CD-Kritiken schreiben leben und darf man diese am Ende behalten? Beim Vergleich der einzelnen Kritiken kam mir aber ein brutaler Verdacht nämlich, dass pro 15 Zeitschriften, eine einzige Person alle Kritiken schreibt (und falls diese Person SOTW-Leser sein sollte, ich helf dir gerne beim schreiben - bitte!). Anders kann ich mir kaum erklären, wieso in jeder Zeitschrift, die ich an meinen Wochenendschichten in den Händen hatte, die CD von Selah Sue besprochen und immer dieselben drei Sätze erwähnt wurden, der Prince findet sie gut und Raggamuffin ist nicht schlecht. Und da ich nicht immer meinen Kopf nur in Zeitschriften stecken konnte hab ich mal reingehört.
Fazit: auch ich bin ein Fan und Raggamuffin ist nicht schlecht, aber Peace of Mind gefällt mir besser. Milow hat sie entedeckt, denn sie ist Belgierin, Patrice hat sie produziert und Cee-Loo hat sie auf sein Album geholt. Die Stimme ist eingängig. Einige Songs sind noch nicht richtig ausgefeilt, weil der Text zu lang für die Musik ist. Das Album ist gut, aber beim Hören überkommt einem das Gefühl, da kommt sicher noch mehr, aber mehr wird wohl noch bis zum nächsten Album warten müssen.
Interpret: Selah Sue
Album: Selah Sue
Song: Piece of Mind
Jahr: 2011
Empfohlene Tätigkeit beim Hören dieses Songs: Heftli verrisse.
Artwork: Stapelismus


Recent Comments
» Pat on Selah Sue - «Peace of Mind»: Hab die Da...
» Lu on Selah Sue - «Peace of Mind»: aber hg, d...